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 Betreff des Beitrags: Sjögren Syndrom oder Psyche oder?
BeitragVerfasst: 06.06.2013 12:55 
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Registriert: 05.06.2013 13:55
Beiträge: 8
Sehr geehrter Herr Professor Dr. Gadola,

ich wende mich heute mit folgenden Beschwerden an Sie und der Angst, an einem Sjögren Syndrom zu leiden.

- Beschwerden vor 6 Wochen: Fieber, Glieder- und Gelenkschmerzen, Rötung im Gesicht. Ärztin nahm Labor ab: Hb: 11.6,Leukos: 3,8, Erys: 4.0, Crp: 0.9 (Referenz unter 0.5), ANA: 1:160 (Referenz unter 1:80), BSG normal. Daraufhin schickte sie mich zum Rheumatologen (V.a. auf Kollagenose).

- 3 Wochen später: Beschwerden sind weitgehend nicht mehr vorhanden, bis auf gelegentliche leichte Hüftschmerzen bei Belastung. Rötung im Gesicht hat sich nicht als Schmetterlingserythem sondern als Rosacea entpuppt, da sie unter Stress flushartig auftaucht und danach wieder verschwindet. Allerdings entwickelte sich eine starke Mundtrockenheit mit leicht brennender Zunge und leichten Schluckbeschwerden. Essen erleichtert das Gefühl sofort. Nach dem Trinken ist es eher schlimmer. Tagsüber auch eher schlimmer als nachts durch das Sprechen.
- Labor ergab, dass alle Werte wieder im Normbereich sind (auch BSG und CRP). ANA 1:320 (Referenz unter 100) und ENA negativ, Rheumafaktor negativ, (auch CCP).
- Rheumatologe meint, dass es sich nicht um eine Kollagenose handelt. ANA sind noch im Grenzbereich, der auch bei Gesunden auftreten könne.


Ich muss dazu sagen, dass es mir seit diesen ganzen Wochen psychisch sehr schlecht geht, da ich in so großer Sorge um eine Autoimmunerkrankung bin.

Gestern war ich beim HNO wegen der extremen Mundtrockenheit und einer Gehörgangsentzündung. Der testete die Drüsen und meinte, eine leichte Reduzierung der Speichelaktivität bei Reizung der Drüse zu erkennen. Sie begründete dies damit, dass ich 48 Jahre bin und vermutlich in den Wechseljahren. Ich selbst bemerke noch nichts davon, der Zyklus verläuft regelmäßig.

Nun lässt es mich aber aufgrund der erhöhten ANA und der starken Mundtrockenheit nicht in Ruhe, ob es sich hierbei um ein Sjögren Syndrom handeln könne.

Sie hatten selbst in einem anderen Beitrag geschrieben, dass die spezifischen AK nicht unbedingt erhöht sein müssen (außer anti-Speicheldrüsen Antikörper), wenn man keine Augentrockenheit zusätzlich hat. Ich habe nur Trockenheit im Mund.

Was raten Sie mir? Oder könnte das alles psychisch sein? Kann sich aufgrund einer hohen psychischen Anspannung die Speichelproduktion reduzieren? Oder sind es doch die beginnenden Wechseljahre?

Und, was halten sie von dem Alpha-Fodrin Test. Macht das mein Hausarzt. Und falls der negativ ausfällt, ist dann das SS ausgeschlossen?

Ich danke Ihnen für einen Rat.

Lieben Gruß, Helene


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 07.06.2013 14:32 
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Registriert: 14.11.2006 19:54
Beiträge: 273
Wohnort: Southampton, UK
Sehr geehrte Helene

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie an einem primären Sjögren Syndrom leiden ist meiner Meinung nach sehr klein. Psychischer Stress ist sehr häufig mit Mundtrockenheit verbunden und daher eine näherliegende Erklärung. Die anti-Speicheldrüsen Antikörper und Alpha-Fodrin Antikörper könnten auch durch ihren Hausarzt abgenommen, respektive angeordnet werden. Da bei Ihnen die Sorge um ein Sjögren Syndrom den psychischen Stress noch deutlich erhöht, würde dies meiner Meinung nach Sinn machen (ich erwarte ein negatives Resultat). Bei dieser Gelegenheit könnten auch noch einmal die SSA/Ro und SSB/La Antikörper bestimmt werden. Falls alles negativ, und die klinische Symptome nicht deutlich verstärkt kann ein SS mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.
Weitere Untersuchungen die ich empfehlen würde sind: Eisen und Speichereisen (Ferritin) und Vitamin D3.

mit freundlichen Grüssen

Prof.Dr.med. Stephan Gadola


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 07.06.2013 14:36 
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Registriert: 05.06.2013 13:55
Beiträge: 8
Sehr geehrter Herr Gadola,

ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre sogleich informativen wie aufmunternden Worten.

Sie machen eine ganz tolle Arbeit.

Schönes Wochenende,

Helene


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