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 Betreff des Beitrags: Bitte um Einschätzung !
BeitragVerfasst: 04.10.2014 18:46 
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Registriert: 29.09.2014 19:16
Beiträge: 3
Sehr geehrter Professor !

Ich möchte mich hier vorstellen obwohl meine Diagnose noch nicht fest steht.
Begonnen hat alles vor 17 Jahren mit einer schweren Phsychose gefolgt von Depressionen und schlimmen Gedanken .
Seit dem bin ich sehr Lichtempfindlich und kann Wärme und Sonne kaum ertragen. Ich schreibe mal was alles dazu kam in den Jahren.
Schnelle Erschöpfung und Schweißausbrüche nach kleinsten Anstrengungen
Chr. Verstopfung und Sigma Op wegen Ausgedehntem Darm und die Histologie ergab : hyperämisch und seit dem tägl. Movicol
Nierenkelch Ausgussstein 2,5 cm und Chr. Entzündung mit immer Wiederkehrenden Steinen
Blasenentleerungsstörung ( kein Gefühl mehr wenn die Blase gefüllt ist
Vergrößerte Gefässe im Augenhintergrund und seit 15 Jahren sicca Syndrom und chr. Bindehautentzündung (Dexagel )
Nachts Schmerzen in den Beinen und unsagbare Hitze
Seit zwei Jahren nachts verstopfte Nase ohne erkältet zu sein ( Nasonex ) Allergien ausgeschlossen
Seit ca. Einem Jahr geschwollene Speicheldrüden unter der Zunge ( keine Steine ) empfehlung der Uni die rechte zu entfernen wegen Veränderungen per Sono festgestellt
Arhrose in mehreren Gelenken , Spondylose und Osteochondrose

Vor 5 Monaten einen Cortisonstoss wegen einer Darmthrombose und Gelenkschmerzen die wunderbar angeschlagen hat. Es ging mir endlich mal für zwei Wochen gut wie Jahre nicht mehr.
Jetzt steht die Verdachtsdiagnose Kollagenose im Raum nächste Woche weiß ich mehr.
Festgestellt wurde : Magnesiummangel , Vitamin B12 Mangel , Folsäure Mangel und Dekristol Mangel.
Bei den Blutwerten sind die Entzündungswerte mal etwas erhöht und mal nicht. Im Juli war zu viel Eiweiß im Blut und Kreatenin war nicht in Ordnung.
Ich glaube das war es erst mal :!: reicht ja auch

Vielen Dank für Ihre Zeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bitte um Einschätzung !
BeitragVerfasst: 06.10.2014 22:30 
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Registriert: 14.11.2006 19:54
Beiträge: 271
Wohnort: Southampton, UK
Sehr geehrte Peggy,

Folgendes fällt mir spontan zu Ihrer Krankengeschichte ein:
1) Beginn mit schweren psychischen Problemen vor 17 J., danach Lichtempfindlichkeit, chronische Erschöpfung, Schweissausbrüche, Darmmotilitätsstörungen
- Da diese Symptome offenbar schon seit vielen Jahren bestehen/bestanden, könnten die Lichtempfindlichkeit, Erschopfung, Schweissausbrüche und Darmstörungen Nebenwirkungen von psychotropen Medikamenten (welche Sie natürlich wg oben genannter Probleme dringend benötigen/benötigten) sein; Sind die besagten Symptome erst nach Beginn der Medikation aufgetreten?
2) Nierenausgusssteine sind nicht typisch für Kollagenosen, könnten aber Folge einer Infektion sein, oder einer Störung des Kalziumhaushalts.
- Zuviel Kalzium im Blut kann psychische Symptome auslösen
- Die Störungen des Magnesiumhaushaltes und der Nierenfunktion könnten mit den Nierensteinen zusammenhängen
3) Wenn ich richtig verstehe liegt bei Ihnen ein Mangel gleich mehrerer Elemente/Vitamine vor, nämlich Vitamin D3, Folsäure und Vit.B12 (und obenerwähntes Magnesium).
- Die Blasenentleerungsstörungen könnten Ausdruck eines chronischen kombinierten Mangels an Folsäure und Vit. B12 sein. Dies sollte dann dringendst behoben werden.
- mögliche gemeinsame Ursaches von Folsäure und Vit.B12 Mangel sind Mangelernährung, was aber eher unwahrscheinlich ist, oder chronische Erkrankungen des Magen-Darmtraktes.
Dies könnte auch die Ursache einer mangelhaften Aufnahme von Vit.D3 (Dekristol) in den Körper sein. Der Vitamin D Mangel selbst könnte aber sehr gut auch durch Vermeidung von Sonnenlicht verursacht worden sein.
4) Die Schwellung der Speicheldrüsen (bei Ihnen whs submandibuläre Drüsen) und die Erhöhung der Eiweisse im Blut könnten tatsächlich auf ein Sjögren Syndrom hinweisen. Die Submandibulärdrüsen sind manchmal zuerst betroffen und dies ergibt im Ultraschall ein abnormales Bild. Natürlich müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden, und ich nehme an Sie haben bereits einen diesbezüglich erfahrenen Hals-Nasen-Ohren Arzt.
- Blutuntersuchungen hierzu sollten folgende Tests mit einschliessen: Anti-Ro/SSA, Anti-La/SSB, ANA, Rheumafaktor, Complement C3 und C4, Senkungsreaktion (BSR), differenziertes Blutbild.
5) Ansprechen auf Cortison: Könnte von Bedeutung sein, muss aber nicht, da sich Patientinnen/Patienten nach einem Kortisonstoss oft generell besser fühlen und auch "normale" Gelenkbeschwerden besser werden können. Sollte aber nach Abklärung der obigen Dinge in die Gesamtbeurteilung miteingeschlossen werden.

Zusammenfassend denke ich, dass die komplexe Symptomatik welche sich bei Ihnen über die Jahre aufgebaut hat unterschiedlichen Ursprungs sein könnte. Eine differenziertere Analyse ist auf Distanz leider schwer machbar.

Ich hoffe Ihnen mit diesen Ausführungen etwas geholften zu haben.

mit freundlichen Grüssen

Prof.Dr.med. Stephan Gadola


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